Willkommen

Seit Gründung der St.Lioba Schule im Jahr 1929 ist das Ziel unseres pädagogischen Wirkens die Studierfähigkeit und Persönlichkeitsbildung junger Menschen in einer christlichen Werteorientierung.

Katzenjammer – gibt dem Engel eine Chance

So lustlos, trübselig, sentimental und „nah am Wasser gebaut“ wie am Montagmorgen vor einer Woche war ich schon lange nicht mehr. Natürlich Gründe für das, was man „Katzenjammer“ nennt, gibt es in dieser Zeit genug, aber warum gerade in der letzten Woche? Sicher spielte das trübe Wetter auch eine Rolle, und auch der kontaktarme Muttertag, an dem man sich nicht mal in den Arm nehmen konnte. Also setzte ich mich der Stimmung gemäß in grauen Klamotten und trüber Stimmung an meinen Schreibtisch mit viel Unterrichtsvorbereitung, die zwar ablenkte, aber die Schwermut nicht vertrieb.

Warum auch immer, gegen Abend stöberte ich auf YouTube in Liedern herum und es tauchte gesungen ein Satz aus Psalm 91,11 auf: ‚Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen‘. Wenig später lockte mich ein sich noch heraus trauender Sonnenstrahl nach draußen auf einen Spaziergang.

Ein schlechter Tag, ein Tag zum Streichen? Sicher nicht, denn als ich selbst in der Nacht voller Selbstmitleid und traurigen Fantasien zuerst nicht zur Ruhe kam, ließ ich den Tag noch einmal Revue passieren. Und siehe, da tauchten sie auf, die Engel: der Farben-Impuls Herrn Langers auf der Homepage, Kolleginnen mit technischer Sofort-Hilfe, freundliche Rückmeldungen von Schülern‚ leckerer Kaffee, die Abendsonne im „Ockschter“ Kirschenberg, das Vogelzwitschern nach dem Regen, ein überraschender Anruf meiner kanadischen Freundin, …

Seit meinem Autounfall vor über 15 Jahren bin ich mir sicher, es gibt sie, die Botschafter Gottes. Anscheinend sind sie immer da, und wenn ich sie brauche, auch spürbar nah. Es muss ja nicht immer gleich ganz großes Kino wie Unfall oder schwere Krankheit sein, sondern ganz normaler kleinere und etwas größerer Katzenjammer reicht für Gottes (Boden)personal aus - um zu helfen, zu berühren und zu beschützen.

Und so wünsche ich dir,
dass du diesen stärkenden und aufbauenden Gott spürst, der dich behütet und der dir jemand an die Seite stellt.

P.S. Falls du gerade gut drauf bist: Jemand, ein Engel für einen anderen zu werden – wie das geht? Ganz einfach: lass dich berühren und los geht’s.

Regina Röhrig, Schulseelsorgerin
Sankt Lioba Schule, Bad Nauheim

 
 

Farbigkeit steckt an

Meine Frau sagt in den letzten Wochen immer wieder: „Zum Glück kam Corona nicht im Herbst. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie es wäre, wenn wir diese ganzen Einschränkungen zu Hause in der dunklen Jahreszeit überdauern müssten.“

Auch wenn nicht jeder einen großen Garten vor der Tür hat und auch das Wetter manchmal grau und trüb ist, tut es gut sich an der Natur zu erfreuen. Der Blick nach draußen auf die bunte Vielfalt des Frühlings, oder die warmen Sonnenstrahlen im Gesicht, helfen mir, wenn meine Gedanken und Emotionen eher mit Grautönen beschrieben werden können, dass sich meine Stimmung wieder aufhellt.

Eugen Eckert und Joachim Raabe bringen das in ihrem Lied „Farbigkeit steckt an“ gut zum Ausdruck. Den Refrain und die fünfte Strophe möchte ich euch in dieser Woche als Gebet auf den Weg mitgeben. Wer möchte kann hier auch mal in das Lied reinhören:

Farbigkeit steckt an

Gott in meinem Leben, hautnah, himmelweit,
öffne mir die Augen für Dein buntes Kleid.
Gott, in bunten Tönen,
rühr mein Leben an.
Lass mich staunend sehen,
wie dir Farben stehen:
Farbigkeit steckt an.
Gottes bunter Segen sei mit uns!
Amen

Michael Langer
(Schulseelsorger)

 
 

Suchet der Stadt Bestes!

„By the rivers of Babylon“- manche der Älteren werden dieses Lied der Gruppe „Boney M.“ noch kennen. Dieser Tage hörte ich es wieder in einer Fernsehsendung. In swingend-fröhlicher Melodie –musikalisch freilich nicht besonders anspruchsvoll- besingt es ein gar nicht so lustiges Schicksal, nämlich das des ins babylonische Exil weggeführten Volkes Israel.

„By the rivers of Babylon, there we sat down, yeah, we wept, when we remembered Zion“

Fern der Heimat saßen die Israeliten, um 587 v.Chr., niedergeschlagen und traurig und dachten an ihre Heimat, den Berg Zion, in Jerusalem. Nichts war mehr so wie in den sorglosen Zeiten früher; alles war anders, ungewohnt, fremd. Wie sollte es weitergehen? Wo war Gott, wenn man nicht mehr in den Tempel gehen konnte? Was würde die Zukunft bringen?

Es gibt Situationen, Gedanken und Gefühle von Menschen in biblischen Zeiten, die gar nicht so weit entfernt sind von unseren heute.

Wie sollen wir mit all dem Ungewohnten und sicher auch in mancher Hinsicht Bedrohlichen unserer Tage emotional umgehen? Was können, was sollen wir praktisch tun? Kann uns unser Glaube dabei helfen?

Eine Antwort, die ein Prophet den Menschen seiner Zeit, „by the rivers of Babylon“, gegeben hat, finden wir im 29. Kapitel des Jeremia-Buches: „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum Herrn; denn wenn es ihr gut geht, wird es auch euch gut gehen“!

Das alte Prophetenwort enthält drei wichtige Hinweise für uns Menschen von heute:

  1. Schaut nicht traurig nach hinten, als alles noch besser war oder sehnsüchtig weit nach vorn, wann endlich alles wieder besser wird, sondern handelt in der Gegenwart zum Besten der Menschen um Euch herum. Tragt Euren Teil dazu bei, dass die Situation erträglicher wird!
  2. Beten kann das Arbeiten ergänzen, es kann die eigene Seele stärken und auch –durch Gottes Zutun- etwas für die anderen bewirken!
  3. Wenn Ihr das Beste für die Gemeinschaft, für Eure Stadt oder Euer Dorf tut und erbittet, werdet ihr –so ganz nebenbei- merken, dass es den Anderen und Euch gut oder sagen wir: „besser“ geht!

Ich wünsche Ihnen und Euch in ungewohnten und für manche durchaus schwierigen Lebenssituationen etwas von der Zuversicht Jeremias, die den Menschen damals geholfen hat, Mut zu fassen und anzupacken - bis es dann endlich wieder heimging aus dem Exil!

Ernst Widmann (Schulpfarrer, St. Lioba-Schule, Bad Nauheim)

 
 


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