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Seit Gründung der St.Lioba Schule im Jahr 1929 ist das Ziel unseres pädagogischen Wirkens die Studierfähigkeit und Persönlichkeitsbildung junger Menschen in einer christlichen Werteorientierung.

Edith Weisner gestorben

Nachruf auf eine seelsorgerisch engagierte Religionspädagogin

Die Schulgemeinschaft der Sankt Lioba Schule trauert um Edith Weisner. Die 1926 in Dresden geborene Tochter eines Amtsrats arbeitete von 1972 bis 1988 als evangelische Religionslehrerin an dem damals noch von Ordensschwestern geführten katholischen Gymnasium. Als ausgebildete Gemeindehelferin hatte Weisner auch die Befähigung zum Religionsunterricht für Schülerinnen und Schüler bis zur mittleren Reife, und so unterrichtete sie zahlreiche Klassen der Unter- und Mittelstufe, vor allem in den Jahrgängen 5 bis 8.

„Manchmal wird bei der Anmeldung für die Klasse 5 schon der Wunsch ausgesprochen, das Kind in eine Klasse zu geben, in der Frau Weisner den evangelischen Religionsunterricht erteilt“, heißt es in einem Schreiben von Schwester Mathild Koppers an das religionspädagogische Amt der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) aus dem Jahr 1985, um die Verdienste der Religionspädagogin zu unterstreichen.

Weisner hatte unter ihrem Mädchennamen Edith Baack an der Auguste-Sprengel-Schule in Chrudim die Reifeprüfung abgelegt. Nach ihrer Vertreibung aus dem Sudetenland entschied sie sich für eine Ausbildung zur kirchlichen Gemeindehelferin, die sie nach einem Praktikum in Basel mit einer Prüfung 1950 in Nürnberg abschloss. Später heiratete sie Hubert Weisner. Der verwitwete Oberstudienrat brachte drei Kinder aus erster Ehe mit, drei weitere Kinder kamen noch zur Welt. Bei den ehemaligen Kolleginnen und Kollegen ist sie für ihren liebevoll-einfühlsamen Umgang mit Kindern, ihren zum Glauben ermutigenden Unterricht und für ihre ökumenische Aufgeschlossenheit in guter Erinnerung geblieben. Mit Edith Weisner etablierten sich evangelische Schulgottesdienste an der Lioba, die sie viele Jahre lang gemeinsam mit dem Ortspfarrer Dieter Ruhland vorbereitete und durchführte. Durch Weisners enorme Hinterlassenschaft im seelsorgerischen Bereich hat sich die EKHN davon überzeugen lassen, an der Lioba einen offiziellen Schulpfarrer einzusetzen, um die seelsorgerischen und gottesdienstlichen Aktivitäten beibehalten zu können. Diese Tradition hat sich seitdem bis heute gehalten, so dass Schulleiter Bernhard Marohn zu Recht davon sprechen kann, dass Edith Weisner an der Sankt Lioba Schule bleibende Spuren hinterlassen hat.

Im Alter von 62 Jahren zog sich die als „von Natur aus froh und optimistisch“ beschriebene Lehrerin nach einer Erkrankung aus dem Schuldienst zurück. Ihre letzten Jahre verbrachte sie im Parkstift Aeskulap in Bad Nauheim. Hochbetagt ist Edith Weisner jetzt am 14. September im Alter von 93 Jahren gestorben.