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Seit Gründung der St.Lioba Schule im Jahr 1929 ist das Ziel unseres pädagogischen Wirkens die Studierfähigkeit und Persönlichkeits-bildung junger Menschen in einer christlichen Werteorientierung.

Künstliche Intelligenz und Deep Learning

„Best of‟-Reihe des Begabtenworkshops tagt in Osterferien

Bad Nauheim. Am 13. April trafen sich die Teilnehmer des Begabtenworkshops, um sich zwei Vorträge anzuhören, die sie sich in der „Best of‟-Reihe des Begabtenworkshops gewünscht hatten. Zwar war es das erste Wochenende der Osterferien und einige Schü­ler sagten auch ab, aber die Veranstaltung war mit 17 Teilnehmern gut besucht.

Das lag bestimmt an den spannenden Themen, über die die Referenten Julien Spitzlay und Dr. Stefan Brückmann berichteten. Sie begannen mit dem Vortrag über künstliche Intelligenz. Julien Spitzlay erklärte zuerst einmal, was man darunter versteht und wel­che Formen es gibt. Dann führte er aus, wie die K.I. funktioniert und wie der Stand der Forschung ist. Daran schloss sich der Teil von Dr. Brückmann an. Er erklärte, was neuronale Netze sind und wie „Deep Learning“ funktioniert. Dazu zeigte er auch einige kurze Filme, die den Sachverhalt gut erläuterten.

Zum Abschluss dieses Themas ging Julien Spitzlay auf die moralischen Probleme ein, die die Programmierung einer künstlichen Intelligenz aufwirft, die man aber erst durch die K.I. hat. So gibt es zum Beispiel im Straßenverkehr Situationen, wo ein Autofahrer sich zwischen zwei Übeln entscheiden muss. Lässt er sein Auto in eine Gruppe von Fußgän­gern fahren oder steuert er es gegen eine Laterne und kommt dabei selbst zu Schaden? In der Realität sind die Entscheidungszeiten für eine Abwägung durch den Menschen viel zu kurz, und er handelt dann oder eben nicht. Für die K.I., die solche Entschei­dungs­prozesse viel schneller bearbeiten kann, ist genügend Zeit vorhanden. Um entscheiden zu könne, benötigt die K.I. aber Entscheidungsparameter. Wann soll das Fahrzeug gegen die Laterne gelenkt werden und wann rast es in die Fußgängergruppe? Wie sind das Alter und der soziale Status der Beteiligten zu bewerten? Alles Fragen, die sich einem Menschen im Auto gar nicht stellen würden. Aber ein Programmierer, der die Kriterien zu Grunde legt, muss damit rechnen, diese auch vor Gericht vertreten zu müssen.

Die K.I. löst also nicht nur Probleme, sondern erzeugt indirekt auch neue. Dies führt zu einem weiteren Punkt: Intelligente Menschen lösen nicht nur Aufgaben, sondern werfen auch Fragen auf und geben sich Aufgaben, setzen sich Ziele. Soweit ist die K.I. aber noch nicht einmal ansatzweise. Eine K.I. die das könnte, nennt man starke K.I. Bei allen Fort­schritten und Erfolgen, die man mit dieser Technologie schon erreicht hat, letzt­end­lich ist alles was die K.I. heute macht, nur Statistik mit bereits Bekannten.

Nach einer Pause ging es im zweiten Vortrag darum, wie Flugzeuge, die schwerer als Luft sind, denn überhaupt fliegen können. Julien Spitzlay erläuterte eingehend die Prin­zipien der Aerodynamik und die Funktion von Propellern und Düsentriebwerken. Dabei stellte er immer wieder Fragen an das Publikum, das erstaunlich gut informiert war, selbst über die Flugzeugtypen, die gerade auf den jeweiligen Abbildungen der Power­Point-Folien zu sehen waren.

Nach zwei Stunden interessanter Vorträge verabschiedete man sich in die Ferien. Der nächste Workshop findet am 18. Mai statt. Auf dem Programm stehen ein Spaziergang entlang des Planetenweges und eine Besichtigung der Sternwarte von Bad Nauheim.

Bild und Text: Dr. Stefan Brückmann


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