Lernen

Welche Lehr- und Lernbedingungen es an der St.Lioba-Schule gibt, finden Sie unter dem Menüpunkt 'Lernen'.

Französisch

FRANZÖSISCH kann an der Sankt Lioba - Schule als erste, zweite und dritte Fremdsprachegewählt werden.

 

Warum FRANZÖSISCH wählen?

 

Der praktische Nutzwert der Sprachbeherrschung des Französischen

Im Zuge der Europäischen Union gewinnt das Erlernen der französischen Sprache immer mehr an Bedeutung: Da gute englische Sprachkenntnisse heutzutage fast eine Selbstverständlichkeit darstellen, bedeutet die Beherrschung des Französischen eine zusätzliche Qualifikation, die den Start in Berufsausbildung und Berufsleben z.T. erheblich verbessern kann. Französische Kultur begegnet uns häufig in französischer Lebensart, Mode, französischer Küche, beim Tourismus in einer Reihe französisch sprechender Länder der Welt und nicht zuletzt in der französischen Weltliteratur.

Das Erlernen des Französischen als lebende Sprache macht für Schülerinnen und Schüler auf Reisen, über Partnerschaften und Freundschaften seinen Sinn. Der unmittelbare Kontakt z.B. im Rahmen von Städtepartnerschaften und internationalen Sportveranstaltungen, fördert neben der Sprachintensivierung die internationale Begegnung und das gegenseitige Verständnis, und zwar in einer für Jugendliche leicht nachvollziehbaren Form.

Außerdem schult Französisch als stark grammatikalisch strukturierte Sprache das logische Denkvermögen, es hilft darüber hinaus ebenso wie Latein beim Erlernen anderer romanischer Sprachen, wie z.B. Italienisch oder Spanisch.


Der Bildungswert der französischen Sprache

 

Der Französischunterricht führt zu einer bewussten Spracherlernung und reflektierten Sprachbetrachtung. Lernen und Anwenden von grammatischen Regeln erziehen zur Logik. Besonders im Schriftlichen stellt das Französische hohe Anforderungen an die Konzentration, was sich z.B. bei der Setzung von Akzenten und der Angleichung von nicht hörbaren Endungen zeigt. Diese Anforderungen an Logik und Konzentration haben wiederum positive Rückwirkung für andere Fächer.
 

Bei uns sind bisher immer in der Sekundarstufe II Grund- und Leistungskurse in Französisch zustande gekommen, in denen neben landeskundlichen Themen auch Ganzschriften von der Klassik bis zum aktuellen 20. Jahrhundert in der französischen Literatur behandelt werden. Die durchschnittliche Kursstärke der Leistungskurse von 12-15 Schülern ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung mit der romanischen Sprachkultur.

 

Aus der Verordnung über die gymnasiale Oberstufe geht hervor, dass auch die 3. Fremdsprache, wenn sie kontinuierlich von Klasse 8 an erlernt wurde, als Grundkurs in den Klassen 11/12 gewählt werden kann. Voraussetzung ist allerdings, dass sich in Klasse 8 arbeitsfähige Gruppen von mindestens 12 Schülern bilden und bestehen bleiben. Diese Entscheidung liegt allein bei den Schülern.

 

Prinzipien des Französisch-Lernens

Moderne Lehrwerke, die durch computergestützte Materialien ergänzt werden, bilden die Grundlage des Französischunterrichts der Sekundarstufe I. Wichtig erscheint dabei, dass möglichst früh auch authentisches Sprachmaterial, z.B. in Form von Liedern und einfachen Gedichten, zur Sprachvermittlung herangezogen wird. Außerdem können durch den Medienraum und den Fremdsprachenraum auch das Internet und französische Filme in Originalversion intensiv für den Französischunterricht genutzt werden.
 
Wir arbeiten mit dem neuen Lehrwerk "Découvertes" in der 1. und 2. Fremdsprache und mit "Cours intensif 1 und 2" in der 3. Fremdsprache. Das Lehrwerk für die 3. Fremdsprachen handelt Wortschatz- und Grammatikarbeit komprimiert ab und ermöglicht es den Schülern, am Ende der Klasse 10 einen Grundkurs Französisch in der Qualifikationsphase der Jahrgangsstufen 11 und 12 zu wählen. Je nach Länge des Schuljahres werden 2-3 Klassenarbeiten pro Halbjahr geschrieben. Lernkontrollen, Vokabelabfragen und selbstverständlich Hausaufgaben sind zusätzliche Nachweise über den Wissensstand.

Der langjährige, gut funktionierende Austausch mit unserer französischen Partnerschule in Bergerac bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, Gelerntes anzuwenden und zu vertiefen. Darüber hinaus bestehen weitere Austauschkontakte mit St. Calais in der Nähe von Le Mans sowie mit Caen, ca. 300 km westlich von Paris. Zusätzlich finden Begegnungen mit französischen Schülergruppen in Camaret in der Bretagne statt. Es geht immer eine belebende Lernmotivation von diesen deutsch-französischen Begegnungen aus.

Weiterhin wird einzelnen Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit gegeben, ein halbes Jahr am Unterricht unserer Partnerschule in Bergerac teilzunehmen und in einer französischen Familie zu leben. Außerdem können Interessenten mit guten Französischkenntnissen im Rahmen der vom Deutsch-Französischen Jugendwerk organisierten Austauschprogramme Brigitte Sauzay und Voltaire für drei bzw. sechs Monate in Frankreich leben und dort den Unterricht besuchen.

Darüber hinaus erhalten interessierte Schülerinnen und Schüler ab Klasse 9 die Gelegenheit, ein zusätzliches Sprachzertifikat über ihre Französischkenntnisse auf unterschiedlichen Niveaustufen erwerben zu können. Auf dieses Diplom, das DELF-scolaire, bereiten sich die Teilnehmer im Rahmen einer AG vor.

 

 

Französisch als 1. Fremdsprache ab Klasse 5

Die erschließende Funktion des Französischen zum Erlernen anderer Sprachen

Das Erlernen der französischen Sprache, die als romanische Sprache typische grammatische Strukturen aufweist, führt zum Erwerb grammatischer Grundmuster im Sprachgebrauch, die übertragbar sind auf das Erlernen anderer Sprachen (z. B. auch auf das Hauptfach Deutsch). Erschließende Funktion hat die französische Sprache ebenso im Wortschatzbereich. Die lateinische Wurzel, das heißt die Ableitung aus der lateinischen Sprache bleibt nachvollziehbar. Der romanische Spracheinfluss prägt die verschiedenen europäischen Sprachen. Schülerinnen und Schüler aus unseren Klassen mit Französisch als 1. Fremdsprache wählen sehr häufig als dritte Fremdsprache im Wahlpflichtbereich der Klasse 8 Latein und erreichen bis zur Klasse 12 zusätzlich das Latinum. Außerdem zeigen das Englische und Französische viele lexikalische Gemeinsamkeiten. Als grammatisch strukturierte Sprache schult Französisch logisches Denkvermögen, setzt es allerdings auch in der Anlage zum Erlernen der Sprache voraus. Als bildhafte, in der Wortbedeutung vielschichtige Sprache fördert das Erlernen des Französischen ein sensibles Sprachgefühl, setzt es aber auch gleichermaßen als Begabungsanlage voraus.

 

 

Die Motivation in einer sprachlich aufgeschlossenen Entwicklungsphase

Mit ca. 11 Jahren, d. h. mit Eintritt in die Jahrgangsstufe 5 des Gymnasiums liegen die meisten Kinder entwicklungspsychologisch gesehen in einer günstigen Phase zur Spracherlernung.

Die spontane Bereitschaft zur Imitation der französischen Satzmelodie, der Intonation, ist im Allgemeinen noch nicht blockiert durch pubertäre Hemmschwellen kritischer Reflexion, durch die Angst, sich möglicherweise vor der Gruppe zu blamieren und lächerlich zu machen. Die Startfreude in die neue Fremdsprache überwindet Sprachbarrieren leichter. Das Durchhaltevermögen ist aus der beschriebenen Motivation heraus größer, die Bereitschaft immer wieder neu zu üben höher. So lässt sich die schwierige französische Sprache durch gründliches und längeres Erarbeiten ab Kl. 5 wesentlich fundierter lernen.

In der Klasse 6 setzt heute vorverlagert für die meisten Kinder die Pubertät ein mit allen hemmenden Nebenwirkungen zur Spracherlernung. Für das leichtere Erlernen des Englischen sind die negativen Rückwirkungen weniger relevant, zumal die Jugendlichen bereits in der Grundschule erste, häufig spielerische Lernerfahrungen mit der englischen Sprache gemacht haben. Über die globale amerikanische Sprachvernetzung durch Medien und Computer ist die Eigenmotivation der englischen Sprache stärker gegeben. Der Einstieg mit Englisch als zweite Fremdsprache auf der Basis des Französischen mit grammatischen und lexikalischen Grundmustern erweist sich als leicht und fließend. In vielen weiteren Jahren bis zur Klasse 12 kann der sichere Sprachgebrauch für Englisch als 2. Fremdsprache erworben werden.

 

Dank unserer zahlreichen Austausch- und Begegnungsprogramme erhalten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit zu unmittelbaren Kontakten, zur Anwendung und Umsetzung von Gelerntem und zum gegenseitigen Verständnis mit unserem westlichen Nachbarn.

 

 

Integration von Beginn an

 

Die Bereitschaft zur Integration in eine neue Klasse des Gymnasiums wird mitunter in Englischklassen durch zu hohe Gruppenanteile aus einer einzigen Grundschule gebremst. Die ‚Clubmentalität‘ der einzelnen Grundschulgruppen bedarf zumeist der längeren Aufarbeitung zu einer Klassengemeinschaft. In den Französischklassen dagegen treffen die einzelnen Schülerinnen und Schüler von allen möglichen Grundschulen zusammen. Ihre Bereitschaft, aufeinander zuzugehen, einander kennen zu lernen und Freundschaften zu schließen, ist durchschnittlich höher und fördert die Integration zur Klassengemeinschaft.

 

 

Voraussetzungen sind zum Erlernen von Französisch als erste Fremdsprache

 

Da der Erwerb der Grundkenntnisse des Französischen schwieriger ist als der des Englischen, setzt das problemlose Erlernen des Französischen als erste Fremdsprache im Gymnasium durchgängig gute bis sehr gute Begabungen der Schülerinnen und Schüler voraus. Wenn im Fach Deutsch eine angemessene Sicherheit in der Rechtschreibung vorliegt, grammatikalische Grundverständnisse und logisches Denkvermögen vorhanden sind und die kreative Sprachgestaltung (zum Beispiel beim Erzählen, im Aufsatz) Freude macht, dann dürfte ein Kind ohne Schwierigkeiten im Französischunterricht der Klasse 5 mitarbeiten können. Die in der Grundschule erworbenen Kenntnisse in einer 1. Fremdsprache sind erfahrungsgemäß so minimal, dass sie nach ca. 4 Wochen keinen Vorsprung mehr bieten und somit nicht als Entscheidungshilfe für diese Sprache herangezogen werden können. Wir beobachten sogar häufig, dass Kinder, die bereits in der Grundschule erste Begegnungen mit der englischen Sprache hatten, in der Eingangsphase des Englischunterrichts bei uns unkonzentrierter mitarbeiten, weil sie der Meinung sind, den Stoff schon zu beherrschen. Dadurch verpassen sie mitunter den Moment des Erlernens neuer Sprachstrukturen und geraten sogar ins Hintertreffen. Die Sprachbegabung, das gute Sprachgefühl und das Interesse eines Kindes ist also eine solide , vorrangige Voraussetzung zum erfolgreichen Lernen von Französisch als 1. Fremdsprache und nicht der Elternwunsch.

 


 

Französisch als 2. Fremdsprache ab Klasse 6

 

Französisch als 2. Fremdsprache hat sich nach langjährigen Erfahrungen in der Schulpraxis deshalb bewährt, weil das Erlernen einer weiteren lebenden Fremdsprache der Lernmotivation und Auffassung dieser Altersstufe entspricht. Außerdem führt es zu einer reflektierten Sprachbetrachtung an Inhalten, die an den Erfahrungs- und Erlebnisbereich der Schüler dieser Altersstufe anknüpfen. Lektüren, Presse, Literatur führen im Anschluss an den Erwerb der Grundkenntnisse zur Begegnung und Auseinandersetzung mit der Kultur unseres Nachbarlandes. Darin liegt ein erzieherischer Wert, und davon geht auch eine ganz besondere Motivierung unserer Schüler aus. In der Klasse 6 ist zudem noch die spontane Bereitschaft zur Imitation der Intonation und zur artikulierten Aussprache des Französischen eher gegeben. Erfahrungsgemäß nimmt diese Bereitschaft später ab, da die alters- und entwicklungsbedingt sich verstärkende kritische Reflexion oft zu Sperren beim Erlernen der melodischen Aussprache führt. Deshalb lernen Schülerinnen und Schüler der Klasse 6 Französisch mit wesentlich schneller und problemloser als Schüler der Klasse 8, die Französisch als 3. Fremdsprache wählen.

 

Französisch als 3. Fremdsprache ab Klasse 8

Nach Englisch als 1. und Latein als 2. Fremdsprache bietet sich Französisch als 3. Fremdsprache an. Latein ist die "Mutter" aller romanischen Sprachen und ist für das Erlernen von Französisch die ideale Ausgangsbasis. Grammatische Strukturen und logische Zusammenhänge sind unschwer zu erkennen, das Sprachverständnis wird durch Rückschlüsse auf lateinischen und englischen Wortschatz erleichtert. Aufgrund dieser Voraussetzungen gelingt es älteren Schülerinnen und Schülern schneller, sich frei zu äußern. Die kommunikative Ausrichtung des Französischunterrichts ist unbestritten. Die Lerngruppen werden vor allem auf die mündliche und schriftliche Bewältigung von Alltagssituationen vorbereitet und zur Versprachlichung von Redeabsichten geführt. Identifikationsmöglichkeiten erhöhen die Motivation und erleichtern den Einstieg in die Fremdsprache. Neben der Alltagskommunikation liegt ein weiterer Schwerpunkt auf der Darstelllung Frankreichs bzw. der frankophonen Welt. Hierzu gehören auch landeskundliche und geschichtliche Besonderheiten, die helfen, zu einem vertieften Verständnis des Nachbarlandes zu gelangen.
 
 
Ansprechpartner: Fr. Hübner (Fachsprecherin) sowie die anderen Fachschaftsmitglieder

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