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Seit Gründung der St.Lioba Schule im Jahr 1929 ist das Ziel unseres pädagogischen Wirkens die Studierfähigkeit und Persönlichkeits-bildung junger Menschen in einer christlichen Werteorientierung.

OVAG-Literaturpreisträger lasen in der St. Lioba-Schule

Lisa Leander las an alter Wirkungsstätte 

k-ovag
Bad Nauheim (ek). Es muss ein schönes Gefühl sein, an seine alte Schule zurückzukehren und ganz anders als während der eigenen Schulzeit bei so mancher Abfrage mit dem Notenbüchlein in der Hand des Lehrers im Mittelpunkt zu stehen. Und dann eine Rückkehr in feierlichem Rahmen zu erleben, viele der ehemaligen Lehrer wiederzusehen, die vertauschten Rollen genießen zu können. Für Lehrer zu lesen und vorher schon zu wissen, dass es allemal mindestens gut ist, was man vorträgt, kommt man doch als Preisträger wieder.
So ähnlich könnte es Lisa Leander gegangen sein, die vor zwei Jahren ihr Abitur an der St. Lioba-Schule ablegte und am Montag im Rahmen einer kleinen Lesereise der Preisträgerin des Jugend-Literaturpreises 2006 an ihre alte Wirkungsstätte zurückkehrte. Selbstverständlich war Lisa Leander nicht alleine gekommen, um in der Aula vor vielen Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 10 und 12 ihre von der Jury ausgezeichnete Geschichte vorzutragen. Mit ihr waren Viktoria Gurtovaj und Felix Zozmann, beide ebenfalls preisgekrönte Autoren, gekommen, sowie ihr literarischer Betreuer Karlhans Frank, der selbst als Autor oder Herausgeber auf 107 Bücher als Resultat seiner bisherigen Schriftsteller-Tätigkeit zurückblicken kann.  Auch Andreas Matlé, der maßgeblich verantwortlich zeichnet für die von der OVAG zur Förderung junger literarischer Talente ins Leben gerufene Literaturpreis-Organisation, begleitete die jungen Autoren.
Sie alle wurden ganz herzlich begrüßt durch Deutsch-Fachleiterin Ulrike Pflüger und Schulleiter Dr. Tobias Angert, der an die Feier zur Preisverleihung in Friedberg erinnerte und ausdrücklich das Engagement der OVAG für Nachwuchs-Autoren würdigte. Initiativen dieser Art könnten, wie er hervorhob, gar nicht genug gewürdigt werden, denn sie förderten Kreativität und Fantasie, übten einen starken Anreiz aus, die eigenen Fähigkeiten zu erproben, und das auf freiwilliger Ebene, fern von allem Leistungsdruck.  Er wisse, so der Schulleiter weiter, aus eigener  journalistischer Erfahrung, wie erfüllend es sein könne, nicht  nur für sich, sondern für andere zu schreiben.  Insbesondere Schule solle jeden, der Freude am Schreiben habe, ermutigen, das Angebot der OVAG zu nutzen.
Die Lesung eröffnete der Schriftsteller Karlhans Frank aus Ortenberg,  dem die Freude, seine Erfahrung an die Nachwuchs-Schriftsteller weitergeben zu können, förmlich anzumerken war, schließlich hatte er das Vergnügen, mit den Preisträgern einen viertägigen Workshop im fränkischen Bad Kissingen abzuhalten. Dabei half er nicht nur den Preisträgern, ihren Werken den letzten Schliff vor dem Abdruck im Buch "Gesammelte Werke Jugend-Literaturpreis 2006 " zu geben, sondern  vermittelte ihnen auch professionelle Regeln und Tricks. Frank hatte zum Vortrag zwei Werke mit sagenhaftem bzw. mythischem Hintergrund ausgewählt, die  sich einmal mit einem großmäuligen, besserwisserischen Zwerg befassten ("Zwergenlatein"), zum anderen mit der Frage, wie die Literatur zu den Menschen kam, nach einer alten Indianererzählung, enthalten in Franks Werk "Kvazir" .Beide Werke machten nicht nur deutlich, wie gut der Autor schreiben kann, sondern boten sich aufgrund der von Frank reichlich eingearbeiteten rhetorischen Figuren als ideales Arbeitsfeld für textanalytische Übungen im Deutschunterricht an.
Die Lesungen der Preisträger eröffnete Viktoria Gurtovaj, deren Text "Aus dem tiefen Innern"eine Wendung nahm, die zu Beginn sicher nicht zu erwarten war. Genau hierin lag der Reiz ihrer Erzählung, die auf die Zuhörer einen tiefen Eindruck machte.  Traum oder Wirklichkeit waren nur schwer zu unterscheiden. 
Ex-Lioba-Schülerin Lisa Leander  trug ihre Erzählung "Söhne" vor und hatte sich dabei eine Thematik ausgesucht, die in der Weltliteratur ihren festen Platz hat und nicht nur einen Autor wie Franz Kafka zeitlebens beschäftigt hat. Sie hatte das Thema ganz eigen gestaltet  und ließ den Hörern viel Raum, über das Gehörte nachzudenken. Eine Rückkehr an die alte Schule, die sicher nicht nur das Publikum bereicherte.
Ganz andere Töne schlug  Felix Zozmann mit seinem Text "Das Uhrwerk" an, wobei es bei ihm nicht um "Big Brother" geht, der alles unter Kontrolle haben möchte, sondern um die natürlich (?) ältere Dame, die einem jungen Mann ein Zimmer vermietet hat. Auch hier ein starker Überraschungseffekt, allerdings diesmal in Richtung Komik, was das Auditorium sehr zu schätzen wusste.
Alles in allem machte diese Doppelstunde Lust auf mehr und kann guten Gewissens sowohl von den jungen Autoren als auch von der OVAG als Erfolg verbucht werden. Und  für den nächsten Preisträger-Jahrgang gab es die "Kleine Fibel für werdende Autoren" von Karlhans Frank, Andreas Matlé und Martina Walenta zum Nulltarif zum Mitnehmen.

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