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Seit Gründung der St.Lioba Schule im Jahr 1929 ist das Ziel unseres pädagogischen Wirkens die Studierfähigkeit und Persönlichkeits-bildung junger Menschen in einer christlichen Werteorientierung.

Im Dreiklang behutsam in die Zukunft

Dr. Tobias Angert ist der neue Schulleiter am St. Lioba Gymnasium

news2Bad Nauheim. „An der St. Lioba-Schule gibt es Initiativen, von denen ich immer träumte. Sie ist sogar noch besser als das Bild, das ich mir im Vorfeld meiner Entscheidung machte“, strahlt Dr. Tobias Angert im Pressegespräch. Schon weit vor Schuljahresbeginn begann der neue Schulleiter des privaten Gymnasiums mit seinen derzeit 1253 Schülern und 85 Lehrkräften, sich mit seinem neuen Arbeitsplatz im Bistum Mainz intensiv vertraut zu machen. Nach den Gründerinnen der einstigen Schwesternschule, ihrer Nachfolgerin Sr. Mathild und Direktorin Gisela Opp ist der Pädagoge, Wissenschaftler und engagierte Katholik der erste Mann auf dem Leitungsstuhl.
 

Nach vielen ersten Gesprächen innerhalb und außerhalb der Schule, seinem Besuchstourstart durch alle Klassen und mitten in der Findungsphase im Austausch mit Kollegium, Eltern und Schülern ist Dr. Angert „glücklich, hier zu sein. Es macht große Freude, jeden Tag Neuheiten zu entdecken. Viele offene Gesichter begegnen mir, gute Ideen, Hoffnungen, Erwartungen und wohl auch Ängste“, nimmt er die verantwortungsvolle Aufgabe mit großer Offenheit an. „Jeder Tag hier ist wie ein Geschenk, eine große Bereicherung“, will Dr. Angert seinem Lebensmotto treu bleiben und den weiteren Kurs des „Schulschiffes“ in Gemeinschaft überlegen und die Menschen mit Respekt „dort abholen, wo sie stehen“. Danach könne über dringliche und mittelfristige Fragen, über Träume und Visionen gesprochen werden. Und wenn der neue Schulleiter sagt „Man muss das Rad nicht neu erfinden“, so meint er das hervorragende Schulprofil ebenso wie sein persönliches Prinzip, sich das Leben gegenseitig zu erleichtern.

   „Für mich stellt sich die interessante Aufgabe, Bewährtes zu erhalten und behutsam die Schule in die Zukunft zu führen“, bat Dr. Angert kürzlich in einem ersten Schreiben an Lehrer, Schüler und Eltern um deren Unterstützung - um „das gute Niveau der Schule zu sichern und auszubauen und meiner Verantwortung gegenüber Gott und den Menschen gerecht zu werden“. Er habe sich ganz bewusst und aus tiefer Überzeugung für die katholische Schule in Bad Nauheim entschieden, berichtet er, sich mit der Kirche und dem Schulkonzept zu identifizieren. Wer könne christliche Werte besser als Botschafter in die Welt tragen als die Schüler? „Wir können ihnen ein Gerüst mitgeben, an dem sie sich festhalten und Verantwortung übernehmen können. Das kann ihnen keiner mehr nehmen“, ist Dr. Angert überzeugt, dass die Gesellschaft ohne diese Werte nicht leben kann. Seine Berufserfahrung habe ihn gelehrt, dass auch die Wissenschaft nicht ohne die Ethik auskomme – nicht zuletzt, um ihre Grenzen zu erkennen.

   Das christlich-soziale Erziehungskonzept an der St. Lioba-Schule manifestiert sich nach Dr. Angerts Einschätzung in zahlreichen Aktivitäten über das vorzügliche Bildungskonzept hinaus, so etwa der Schulseelsorge, Sozialpraktikum, Stiftungen, Austauschprogrammen und allein über 50 AGs im gesellschafts- und naturwissenschaftlichen, sprachlichen, sportlichen und musischen Bereich. Besonders wolle er den Dreiklang aus Eltern, Schülern und Lehrern weiter ausbauen, um Ziele gemeinsam verwirklichen zu können. In Vorbereitung sei überdies eine stärkere Vernetzung mit den Universitäten, um besonders leistungsstarke Schüler noch mehr fördern zu können. Den Rahmenvorgaben des Landes entsprechend werde es an St. Lioba im kommenden Jahr das erste „Zentralabitur“ geben. Obgleich die Schule immer eine verlässliche gewesen und kaum Unterricht ausgefallen sei, folge man der „Unterrichtsgarantie plus“ der Landesregierung und baue einen qualifizierten Vertretungspool auf – allerdings ohne die Zuschüsse, die das Land den staatlichen Schulen gewährt.

   Geboren und aufgewachsen in Hanau, führte Dr. Tobias Angert sein Studium der Biologie, katholischen Theologie und Philosophie an die Universitäten von Frankfurt, Bologna und Gainesville, Florida. Im Bereich der Anthropologie und Humangenetik widmete er sich über Jahre der wissenschaftlichen Zwillingsforschung und promovierte an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt mit einer Arbeit über die Vererbung der menschlichen Angst. Neben verhaltensgenetischen Fragen interessierten ihn immer auch die Überschneidungsgebiete von Medizin und Glauben. Nach dem Referendariat an einem klassischen Gymnasium in Hanau unterrichtete Dr. Angert ebenso an einer privaten Montessori-Schule wie zuletzt an der Otto-Hahn-Schule Hanau, einer kooperativen Gesamtschule. An der mit fast 2000 Schülern viertgrößten Schule Hessens unterrichtete Dr. Angert Biologie und Ethik im Gymnasialbereich, war Fachbereichsleiter und erstellte als Beauftragter für Sucht- und Drogenprävention ein hessenweit beispielhaftes Präventionskonzept.

   Politisch tätig war Angert als Präsident des Studentenparlamentes und als Pressesprecher des AStA. Nebenberufliche Pressearbeit begleitet Angert seit seiner Schulzeit. Von Kindesbeinen an engagierte er sich in der katholischen Kirche, zunächst als Ministrant und Lektor, dann als Sprecher des Pfarrgemeinderates und Notfallseelsorger. Dem Katholikenrat der Diözese Fulda gehörte er von 1984 bis 2004 an. Hier initiierte er unter anderem zwecks Verbesserung des Verhältnisses zwischen katholischer Kirche und Medien die Gründung einer entsprechenden Kommission, die er zwölf Jahre lang leitete. Weiterer Aufgabenschwerpunkt war die Zusammenführung und Weiterbildung von Pfarrgemeinderäten. Seit 1988 gehörte Angert, dessen ausgleichendes und um gegenseitiges Verständnis werbendes Wesen immer wieder gelobt wird, zum Vorstand des Katholikenrates. Acht Jahre lang war er dessen Vorsitzender und damit zuständig für die Vertretung von rund 440000 Katholiken in der Öffentlichkeit und die Beratung des Bischofs. In Würdigung seines kirchlichen und sozialen Engagements zeichnete ihn Papst Johannes Paul II. im Oktober 2004 mit dem Silvesterorden aus. Mit seiner Frau und dem 7-jährigen Sohn möchte der 46-jährige leidenschaftliche Bücherwurm, Koch und Sportler Tobias Angert spätestens zum Ende des Schuljahres von Hanau nach Bad Nauheim oder Umgebung ziehen.


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