
Zu Beginn des Schuljahres 2026 machten sich Schülerinnen und Schüler im Rahmen der AG zur Begabungsförderung auf eine kulinarische Entdeckungsreise unter dem Titel „Dem Essen auf der Spur“. Im Mittelpunkt stand die Frage, woher unsere Lebensmittel kommen, aus welchen Zutaten sie bestehen und wie sie verarbeitet werden. Angeregt wurde das Konzept der AG-Leiter Margaryta Korolenko und Dr. Stefan Brückmann durch eine gleichnamige Sendereihe des Rundfunks Berlin-Brandenburg, die sich ebenfalls mit der Herkunft und Herstellung von Lebensmitteln beschäftigt.

Zum Einstieg widmete sich die Gruppe einem scheinbar einfachen Produkt: Gummibärchen. Doch schnell zeigte sich, dass hinter der Süßigkeit mehr steckt, als man zunächst vermutet. Die chemischen Eigenschaften der Zutaten wurden genau unter die Lupe genommen, bevor die Teilnehmenden selbst aktiv wurden. Mit Gelatine und Agar-Agar stellten sie eigene Gummibärchen her und konnten so direkt erfahren, wie unterschiedlich sich die beiden Geliermittel auf Konsistenz und Geschmack auswirken.

In den folgenden Treffen rückten alltägliche Grundnahrungsmittel wie Brot und Pizza in den Fokus. Gemeinsam wurde erarbeitet, welche Zutaten dafür benötigt werden – von Roggen und Weizen über Sauerteig bis hin zu klassischen Belägen wie Käse, Tomaten, Pilzen und Zwiebeln. Besonders anschaulich wurde der Prozess, als die Schülerinnen und Schüler das Getreide selbst mit einer Küchenmaschine mahlten und anschließend mit Hefe und Sauerteig verarbeiteten. So entstanden ein Vollkornbrot und eine frisch gebackene Pizza.

Ein direkter Vergleich mit einer Tiefkühlpizza machte den Unterschied deutlich: Die selbst hergestellten Produkte überzeugten sowohl geschmacklich als auch in ihrer Qualität.

Einen besonderen Höhepunkt bildete schließlich der Besuch der Philippi-Mühle in Schöneck-Büdesheim beim dritten Treffen. Dort erhielten die Teilnehmenden einen Einblick in die professionelle Verarbeitung von Getreide. Der Müller Volker Philippi erklärte anschaulich die einzelnen Schritte – von der Anlieferung über die Reinigung und Vorbehandlung des Korns bis hin zum eigentlichen Mahlprozess. In mehreren aufeinander abgestimmten Mahlwerken wird das Getreide schrittweise immer feiner vermahlen. Anschließend wird das Mehl durch eine Reihe von Rüttelsieben getrennt, deren feine Struktur so erstaunlich ist, dass sie sich beim Berühren beinahe, wie eine Folie anfühlt.

Am Ende des Workshops stand die Erkenntnis, dass hinter alltäglichen Lebensmitteln ein komplexer Herstellungsprozess steckt, der oft verborgen bleibt. Durch das eigene Ausprobieren und die praktischen Erfahrungen gewannen die Schülerinnen und Schüler nicht nur neues Wissen, sondern auch ein stärkeres Bewusstsein für die Qualität und Herkunft ihrer Nahrung.
Für den nächsten Treffen wird die Käseproduktion untersucht und wir werden uns auf die Suche nach essbare Kräutern machen. Dazu fahren wir zum Dottenfelderhof und dem Biologikum Mittelhessen.
